CNC Fräsen — Verfahren, Werkstoffe & Toleranzen
Ein technischer Überblick: Wie funktioniert CNC-Fräsen, welche Werkstoffe eignen sich und welche Toleranzen sind realistisch erreichbar?
Was ist CNC-Fräsen?
CNC-Fräsen ist ein spanendes Fertigungsverfahren, bei dem ein rotierendes Werkzeug Material von einem feststehenden Werkstück abträgt. Die Bewegung wird über ein CNC-Programm gesteuert — dadurch lassen sich komplexe Konturen wiederholgenau in Serie fertigen. Typische Anwendungen sind Gehäuse, Grundplatten, Vorrichtungen und Bauteile für den Maschinen- und Sondermaschinenbau.
3-Achs vs. 5-Achs-Fräsen
3-Achs-Fräsen
Bewegung in X, Y und Z. Wirtschaftlich für Platten, Aufnahmen und prismatische Bauteile mit klar zugänglichen Flächen.
5-Achs-Fräsen
Zusätzlich zwei rotative Achsen (A/C). Komplexe Freiformflächen, Hinterschnitte und komplette Bearbeitung in einer Aufspannung — dadurch geringere Formabweichungen.
Werkstoffe im Überblick
- Aluminium (EN AW-6082, 7075) — leicht, gut zerspanbar
- Stahl (S235, C45, 42CrMo4) — hohe Festigkeit
- Edelstahl (1.4301, 1.4404) — korrosionsbeständig
- Messing / Kupfer — leitfähig, gute Zerspanbarkeit
- Titan (Grade 5) — hochfest, biokompatibel
- Kunststoffe (POM, PEEK, PA) — elektrisch isolierend
Toleranzen und Oberflächen
Standardmäßig fertigen wir mit einer Allgemeintoleranz nach ISO 2768-m/K. Enge Passungen sind bis ±0,01 mm realisierbar — Voraussetzung sind temperierte Werkstatt, geeignete Werkstoffe und passende Vorrichtungen. Oberflächen bis Ra 0,8 µm sind mit Standardwerkzeugen erreichbar; feinere Werte erfordern Polieren oder Schleifen als Nachbearbeitung.
Konstruktionshinweise (DFM)
- • Innenradien nicht kleiner als der halbe Werkzeugdurchmesser wählen.
- • Tiefe Taschen (Verhältnis > 3:1) vermeiden — sonst Rattern und Werkzeugbruch.
- • Bohrungen möglichst in Standard-Durchmessern angeben.
- • Klare Bemaßung mit Toleranzangaben nur dort, wo funktional nötig.
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Weiterlesen: Ratgeber CNC-Drehen
